
Die beiden Flüsse Werdohls prägen das Stadtbild, und schon immer bestimmte der Flusslauf die Geschicke der Gemeinde. Sei es nun die Lenne die sich wie ein W durch das Stadtgebiet windet, oder ihre kleinere Schwester die Verse die wie einem kleinen Gebirgsbach ähnlich unterschiedliche Flußbilder präsentiert. Normalerweise fließen die beiden Flüsse bis auf wenige Flußmeter träge dahin und man kann sich an deren Ufern gut aufhalten. Wenn wir mal das Hochwasser bei starken Regenfällen oder bei der Schneeschmelze abziehen, sind es sehr idyllische Flüsse. So hat es wenigstens den Anschein. In alter Zeit als es noch kaum Fluss Begrenzungen oder die vielen Brücken gab sah es anders aus. Da brachten die beiden Flüsse oft Leid und Elend in so manches Werdohler Haus. Erkenntnisse was damals geschehen ist, haben wir aus den Kirchenbüchern.
Neben den Todesnachrichten vom Namen des Verstorbenen und vom Geburts bzw. Sterbedatum ist auch sehr oft die Todesursache verzeichnet. Die sind leider nicht alle vollständig, weil es immer darauf ankam wie ausführlich die Pastöre die Kirchenbücher geführt haben. Einige haben nur hin und wieder Auszeichnungen mit dem Todesgrund aufgeführt, andere wiederum haben die Eintragungen sehr ausführlich gepflegt. So kann man gut verfolgen wann in Werdohl eine Epidemie ausbrach oder wann es zu Unglücksfällen kam. Auch ist ersichtlich, dass die Kindersterblichkeit in Werdohl sehr hoch war. Aber nun zurück zu unseren beiden Flüssen. Die Kirchenbücher sind aus der Zeit von 1715 bis 1861 ins reine geschrieben worden. Dort ist zu lesen, dass es genau in dieser Zeit zu 23 Todesfälle durch Ertrinken kam.
Natürlich wissen wir nur von den Fällen die aufgezeichnet wurden. Von den 23 Todesopfer sind zwei Menschen in der Verse und einer in der Zoppe ertrunken. Alle anderen kamen in der Lenne zu Tode. Erschreckenderweise sind dreiviertel der Opfer Kinder gewesen, darunter oft noch sehr kleine Kinder. Ein besonderer Fall scheint der Tod eines Säuglings 1782 das Dorf erschüttert zu haben. Hier handelte es sich um eine Mordtat, man fand den toten Säugling am 26. Dezember am Lenneufer. Es wurde absichtlich ertränkt. Weder das Säugling noch die dazugehörige Mutter waren bekannt.
Wir können uns vorstellen was das für Aufregungen in dem Dorf hervorrief. Wenn man heute am Lenneufer sparzieren geht und auf den gemächlich dahin fließenden Fluss schaut, kann man sich nicht vorstellen dass auch so ein Fluss seine Schrecken haben kann. In der Geschichte Werdohls ist da einiges zu finden.

- Geschichten zur Geschichte
- Teil 1 – Der lange Weg durch das Dorf
- Teil 2 – Die Sache mit den ….hagen
- Teil 3 – Als es noch „Kinderschützenfeste“ in Werdohl gab
- Teil 4 – Werdohl und sein Salzwerk
- Teil 5 – Wie ein Deal zwischen den beiden Kirchen eine alte Glocke rettete
- Teil 6 – Wo einst die Ritter hausten
- Teil 7 – Zurückgelassener Güterzug durfte geplündert werden
- Teil 8 – Beim Frauenschwimmen mussten die Zuschauer „geschützt“ werden
- Teil 9 – Alltag an der Dorfstraße, oder die Sache mit dem Besen
- Teil 10 – Aus Lenne und Verse frisch auf den Tisch
- Teil 11 – Wie die Königsburg zu ihrem Namen kam.
- Teil 12 – Von den „Dunkelmänner“ Werdohls
- Teil 13 – Bevor das Haus ein Rathaus wurde
- Teil 14 – Für Getränkenachschub wurde eine Flagge gehisst
- Teil 15 – Ein Hofgartendirektor und die ehemalige Parkanlage Funkenburg
- Teil 16 – Von einem Wirt der sein eigenes Baumaterial zurück kaufen musste
- Teil 17 – Fluch und Segen einer Handesstrasse
- Teil 18 – Der „anstrengende Weg“ eines Polizisten
- Teil 19 – „Glück auf“ auch in Werdohl
- Teil 20 – Zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung
- Teil 21 – Mensch und Tier bei Hochwasser auf engstem Raum
- Teil 22 – Über den Werdegang einer ungewöhnlichen Schule
- Teil 23 – Ein Fährmann in Werdohl
- Teil 24 – Das Waldversteck
- Teil 25 – Die verschwundenen Namen
- Teil 26 – Vom Mühlzwang und der königlichen Mühle
- Teil 27 – Ein „Berg“ wird bis zur Hälfte weg gesprengt
- Teil 28 – Als den Werdohlern das Bier brauen verboten wurde
- Teil 29 – Wie eine halbe Brücke eingeweiht wurde
- Teil 30 – Wie war das nochmal mit der Soppe/Zoppe
- Teil 31 – Feste feiern im Kaisersaal
- Teil 32 – Die Geschichte vom „Felixturm“
- Teil 33 – Was hat es mit den Haferkästen auf sich?
- Teil 34 – Wie der Busenhof zu seinem Namen kam?
- Teil 35 – Werdohl und seine „(un)heimlichen“ Gewässer
- Teil 36 – Ein kleines „Dorf“ in Ütterlingsen
- Teil 37 – Vom Dorfpolizist gab es mit dem Säbel „eins hinten drauf“
- Teil 38 – Ein Parkplatz auf dem Dach
- Teil 39 – Vom Großfischtag an der Lenne
- Teil 40 – Aus Dresel frisch auf dem Grafentisch
- Teil 41 – Der Einzelhandel in „alter“ Zeit
- Teil 42 – Ein Ortsteil der vielen Brücken und Wasserwege
- Teil 43 – Was es mit dem Zusatz „zur Post“ aus sich hat
- Teil 44 – Ein Bauernhof im Licht und Schatten der Geschichte
- Teil 45 – Die Wochenenden in vergangenen Zeiten
- Teil 46 – Kleine Koksstückchen brachten die ersehnte Wärme
- Teil 47 – Sportboote und Holzkähne auf der Lenne
- Teil 48 – Für etwas Süßes wurde nach Altmetall „geschürft“
- Teil 49 – Wie die Hebamme des Dorfes durch das Hochwasser kam
- Teil 50 – Ein ungewöhnliches Unternehmen im „Eisenhämmerland“
- Teil 51 – Der widerspenstige Gaul
- Teil 52 – Ein Hotel wird um eine Zimmerbreite verkleinert
- Teil 53 – Mit einem Trick den Dieb ermittelt
- Teil 54 – Rückblick auf ein Schützenfest
- Teil 55 – Aus dem Arbeitsleben eines Nachtwächters
- Teil 56 – Start in die Gastronomie mit Hindernissen
- Teil 57 – Lustige Stimmung im Wahllokal
- Teil 58 – Zwei Grundsteinlegungen für eine Kirche
- Teil 59 – Der Schnaps wurde durch die Reupe gereicht.
- Teil 60 – Der verschwundene Adelssitz
- Teil 61 – Der Name Borbet-Höhe hat sich nicht durchgesetzt